Friseurhandwerk

Lob für Betriebsprüfungen

30.09.2022

Am 20. September 2022 lud der deutsche Zoll zur vierten Sitzung des Bündnisses gegen Schwarzarbeit im Friseurhandwerk. Es nahmen Vertreter*innen des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks (ZDF), der ver.di, der Bundesministerien für Finanzen sowie für Arbeit und Soziales teil. Sehr positiv befürwortet wurde die im Frühjahr vorgenommene bundesweite Betriebsprüfung mit 8415 Befragungen und über 2000 Betriebsprüfungen. Der Vertreter der Generaldirektion Zoll in Köln beschrieb den Hauptfokus der Prüfungen auf den Sozialleistungsmissbrauch und die Bekämpfung der Geldwäsche. In gut 50 Fällen wurden Strafverfahren veranlasst, rund 100 Fälle wurden als Ordnungswidrigkeiten geahndet. Zu verzeichnen ist eine steigende Tendenz von aufenthaltsrechtlichen Verstößen. In der Diskussion über die Wirkung der Prüfungen ergab sich, dass es noch Verbesserungsbedarf in der behördlichen Zusammenarbeit gebe. Thomas Herbing von ver.di sagte, er halte eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Zoll und den kommunalen Ordnungsämtern für wünschenswert.

Zur aktuellen Branchenentwicklung beschrieb der ZDF, dass es derzeit ein spürbar sinkendes Konsumklima gebe. Dieses würde stark auch die Friseur*innen treffen. Viele Betriebe bauten Personal ab. Hierbei sind bereits gut 80 Prozent der Betriebe unter der Umsatzsteuerfreigrenze. Beide Sozialpartner beschrieben den Rückgang bei den Auszubildendenzahlen. Mit dem Mindestlohn und auch dem aktuellen Tarifvertrag im Friseurhandwerk NRW konnten verbesserte Entgeltbedingungen für Friseur*innen erreicht werden.