Wach- und Sicherheitsbranche

Studie mahnt bessere Arbeitsbedingungen an

11.09.2023

Eine Analyse im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung mahnt bessere Arbeitsbedingungen als Mittel gegen den Personalmangel in den Wach- und Sicherheitsdiensten an. Danach ist zwar die Anzahl der Beschäftigten zwischen 2011 und 2020 von rund 181.000 auf 248.000 gestiegen, rund 30 Prozent von ihnen sind geringfügig beschäftigt. Dennoch fehlen nach Branchenverbandsangaben aktuell bis zu 13.000 Mitarbeiter*innen in der Sicherheitswirtschaft. Der Arbeitskräftemangel hat mehrere Ursachen. Der hohe Wettbewerb zwischen den Unternehmen um die niedrigsten Preise schlägt auf die Lohnkosten durch. Entsprechend gering ist für die meisten Beschäftigten die Bezahlung, bei einfachen Bewachungsaufgaben liegt sie bei derzeit 13 Euro pro Stunde. Der Arbeitskräftemangel ist jedoch auch eine Folge unattraktiver Arbeitsbedingungen mit langen Dienstzeiten und Schichtarbeit, des geringen beruflichen Anforderungsniveaus und eines Imageproblems –Teile der Branche gelten als wenig seriös.

Die Studie fordert daher eine Verbesserung der Arbeits- und Einkommensbedingungen: „Ohne eine deutliche Steigerung der Attraktivität einer Beschäftigung im Bewachungsgewerbe wird sich die Branche auch in wirtschaftlicher Hinsicht nicht positiv weiterentwickeln und die anhaltend hohe Nachfrage nach Wach -und Sicherheitsdienstleistungen befriedigen können.“ Positiv ist: In den vergangenen Jahren konnte „die Tarifpolitik im Wach- und Sicherheitsgewerbe durchaus Erfolge verbuchen“, heißt es weiter. So konnten die untersten Tarifentgelte innerhalb von zehn Jahren um bis zu 200 Prozent erhöht werden. Dazu beigetragen hat die deutliche Lohnerhöhung im Oktober 2022 – sie wurde nach der Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns erfolgreich erstritten, auch durch Arbeitskampfmaßnahmen.

 

Kontakt

  • Christian Schadow

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